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Die Freiheit der Kürze

Keine Sorge – das abgenutzte Sprichwort werde ich nicht bemühen. Ich beziehe mich auf einen Artikel, erschienen im Spiegel. Thematisiert wurde dort der „Mut zur Kürze“ in wissenschaftlichen Arbeiten.

Michael Berry und sein Team beantworten die komplexe Frage ihrer Studie zum Thema Relativitätstheorie, Neutrinos und Quantenmechanik mit der simplen Antwort: „Wahrscheinlich nicht“ (“Probably not”). Das ist alles. Aus diesen beiden Worten besteht das Abstract. Wunderbar. Weil es einfach ist – und mutig, da es Sinn für Humor beweist. Je mehr man schreibt, desto angreifbarer.

Zudem ist es eine ehrliche Antwort, da momentan nicht mehr zu diesem Thema gesagt werden kann. Mehr wird die Zeit bringen. Ungünstig aber, wenn es zu Wiederholungen der immer gleichen Aussage kommt. Dann verliert sie ihre Bedeutung und wird zu einer Verneinung des Willens. Das wissen wir spätestens seit Bartleby: „Ich möchte lieber nicht“. Kürze kann Freiheit bedeuten, denn sie ist übersichtlich, beweglich, spontan. In diesem Sinne.

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