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Mehr davon: Das Mehrgenerationenhaus

Selten. Nein, manchmal. Manchmal kommt es vor, dass, während einer mehr oder weniger komfortablen Zugfahrt durch die Republik, ein lesenswerter Artikel in der Haus- bzw. Zugzeitung („mobil“) der Bahn zu finden ist.

Zunächst habe ich, auch aufgrund der bislang gesammelten Erfahrung, nicht damit gerechnet. Zumal auf der Titelseite der überall-und-all-gegenwärtige Horst Lichter zu sehen ist, der augenscheinlich eine ähnlich hohe Halbwertszeit zu haben scheint wie der Mann mit der Geige, der auf fast allen TV-Kanälen Präsenz zeigt (gemeint ist nicht Nigel Kennedy). Doch das ist ein anderes Thema.

Weiter im Text: Nach dem Durchblättern und Überfliegen eines bunten Potpourris verschiedener Themen, wie zum Beispiel Frühjahrsputz, Reisetipps, Bordgastronomie, BahnNews, Lissabon, Schiffsbergung, Karriere, CeBit 2013, Rätsel etc., stieß ich dann, auf der Seite 64 (wer es nachlesen möchte), auf den Artikel „Ein Haus für alle[s]“; und war dem Magazin der Deutschen Bahn plötzlich dankbar. Der Artikel hat nämlich gefallen. Und nun Schluss mit dem Eingangs gewählten Sarkasmus.

Also: Was ein „Mehrgenerationenhaus“ ist, das ist klar, und dessen Ziel wird so beschrieben: „Es hat das Ziel, Menschen aus unterschiedlichen Generationen insbesondere unter dem Aspekt gegenseitiger Unterstützung zusammenzubringen.“ Interessant ist nun, dass das vorgestellte Projekt in Essen seine Heimat hat und von Reinhart Wiesemann ins Leben gehoben wurde. Denn der Name und auch ein weiteres Projekt von Wiesemann ist mir, natürlich nicht nur mir, ein Begriff: das Unperfekthaus in Essen. Zudem habe ich während eines Lehrgangs vor einigen Jahren, der auch in Essen angesiedelt war, zum ersten Mal diesen Begriff gehört: Mehrgenerationenhaus.
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Deutsche Bahn: Gutschein mit Hindernissen

Gewiss. Das Unternehmen Deutsche Bahn ist ein modernes Unternehmen. E-Ticket, QR-Code, Facebook, Twitter. Im Bereich Social Media ist die Bahn merklich ausbau- und verbesserungsfähig, teilweise sogar Vorreiter. Aus der Datenaffäre 2009 hat sie auch gelernt und Compliance wird seit dieser Zeit groß geschrieben. Das BDSG findet mittlerweile respektive hoffentlich nicht nur Leser, sondern auch Verantwortliche, die sich an dieses Gesetz halten.

Doch der (bildlich gesprochen) Zug steht still, wenn es um das Thema Gutscheine geht. Oder habe ich etwas falsch verstanden? – Die Idee: „Nichts Schönes zu erzählen? Jetzt ist es Zeit für gemeinsame Reiseerlebnisse!“ Das auf dem Foto abgebildete junge Paar hat sich nichts mehr zu sagen. Doch keine Bange: Die Bahn hilft hier quasi als rollender und stummer Paartherapeut. (Sorry, aber dieses Bonmot gönne ich mir.)

Wie geht es weiter im Gutschein-Text: „Gehen Sie jetzt zusammen auf Entdeckungstour, sammeln Sie viele neue Eindrücke und besuchen Sie zu zweit die schönsten Städte! … Lösen Sie einfach den beiliegenden Mitfahrer-Gutschein bis zum 30.04.2012 in einer DB Verkaufsstelle gegen ein kostenloses Ticket ein.“

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Die Zukunft des Lichts: Datenquelle mit Wohlfühlfaktor

Zur Einleitung und Erinnerung: Der letzte Blogbeitrag „Tageslicht und Sozialverhalten. Oder: Über Primaten und Speiseeis“ hatte, knapp formuliert, die Verknüpfungen zwischen Licht und Sozialverhalten zum Thema. Was mich ebenfalls seit einiger Zeit beschäftigt, ist das Potenzial moderner Lichttechnik, die über die banale Funktion des Lichts als reine Leuchtquelle hinausgeht.

Lichtquelle

Das Zukunftswort heißt OLED – organische Leuchtdioden. Noch handelt es sich um Pilotprojekte, beispielsweise bei der Siemens-Tochter Osram. Die bereits gängigen Leuchtdioden (LED) dominieren zunehmend den Markt, und weil verschiedene Wettbewerber auf diesen drängen, sinken die Preise bereits deutlich. In den kommenden Jahren könnte sich demnach auch die OLED-Technik zu einem sehr lukrativen und wachsenden Geschäftsfeld entwickeln. Wolfgang Dahmen, Vorsitzender des Vorstands bei Osram, spricht von einem „dramatischen Wandel“. (Handelsblatt)

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Tageslicht und Sozialverhalten. Oder: Über Primaten und Speiseeis

Endlich. Die Tage werden behutsam länger. Man bekommt langsam wieder eine Ahnung von der Möglichkeit (oder es ist der drängende Wunsch), bei 23 Grad Celsius in der Sonne zu sitzen – umgeben von Freunden, auf einer Wiese, mit einem delikaten Speiseeis in der Hand. Sonne und Tageslicht: Wir assoziieren damit in der Regel bzw. bevorzugt Freizeitaktivitäten unter dem freien Himmel. Meist sind wir dann, mehr oder weniger freiwillig, umgeben von Artgenossen. Man kann behaupten, dass Sonnenlicht das Sozialverhalten beeinflusst respektive fördert.

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Wahlen und Social Media

Der neue Bürgermeister von Seoul, Park Won Soon, versteht es, das Web 2.0 in seinem Sinne zu nutzen. Seine Wahl unterstreicht den Wunsch der Bevölkerung nach einer sozialen und modernen Politik. Deshalb ist es eine logische Schlussfolgerung, aber auch ein taktisch geschicktes Vorgehen, für seine Wahlkampagne Social Media einzusetzen. Entscheidend für seine Wahl war die erfolgreiche Mobilisierung der Wähler via Twitter. (taz) Da er vor allem bei den 20- bis 40-Jährigen sehr beliebt ist, waren seine Social-Media-Aktivitäten auch von Erfolg gekrönt: Denn seine Zielgruppe ist über Twitter tatsächlich erreichbar und nutzt diese Plattform für die Kommunikation sowie für den Informationsaustausch. Twitter ist ein Kanal – und jeder Follower ein Multiplikator.

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Die Freiheit der Kürze

Keine Sorge – das abgenutzte Sprichwort werde ich nicht bemühen. Ich beziehe mich auf einen Artikel, erschienen im Spiegel. Thematisiert wurde dort der „Mut zur Kürze“ in wissenschaftlichen Arbeiten.

Michael Berry und sein Team beantworten die komplexe Frage ihrer Studie zum Thema Relativitätstheorie, Neutrinos und Quantenmechanik mit der simplen Antwort: „Wahrscheinlich nicht“ (“Probably not”). Das ist alles. Aus diesen beiden Worten besteht das Abstract. Wunderbar. Weil es einfach ist – und mutig, da es Sinn für Humor beweist. Je mehr man schreibt, desto angreifbarer.

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